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High-Tech Strategie

Diese ressortübergreifende Strategie der Bundesregierung bündelt die Forschungs- und Innovationsansätze in Deutschland. Der Unterschied zu Forschungs- und Innovationsstrategien der Vergangenheit liegt nach Angaben der Bundesregierung darin, dass sie sich an den prioritären Zukunftsaufgaben für Wertschöpfung und Lebensqualität orientiert. „Ausgangspunkt der neuen Hightech-Strategie sind die Fragen nach den Quellen unseres zukünftigen Wohlstands (Womit wollen wir unsere wirtschaftliche Leistungskraft sichern?) und nach unserer Lebensqualität (Wie wollen wir morgen leben?).“ Allerdings ist sie nach wie vor technologiezentriert: „ Die Bundesregierung adressiert damit innovative Lösungen, die durch eine hohe wissenschaftlich-technische Dynamik geprägt werden und mit denen Deutschland im internationalen Wettbewerb Innovationsvorsprünge realisieren kann.“ In der letzten Legislaturperiode wurden “unter dem Dach der Hightech- Strategie insgesamt rund 27 Mrd. Euro in die Entwicklung zukunftsfähiger Lösungen für umweltfreundliche Energie, weiterhin leistungsfähige Gesundheitsversorgung, nachhaltige Mobilität, sichere Kommunikation und einen zukunftsfähigen Produktionsstandort Deutschland investiert.”

Begleitet wird die Higtech Stratege durch die Forschungsunion Wirtschaft – Wissenschaft (seit 2006 bis 2013) benannt vom BMBF im Einvernehmen mit dem Kanzleramt. Berufen wurden in die Expertenkommission Vertreter der Chemie-, Automobil- und Luftfahrtindustrie sowie der Großforschungseinrichtungen. Unterrepräsentiert waren klein- und mittelständische Unternehmen sowie Frauen; als einzige gesellschaftliche Organisation war der Deutsche Gewerkschaftsbund vertreten. Das neue Hightech-Forum wurde im März 2015 konstituiert und soll die Hightech-Strategie bis 2017 begleiten. Erstmals wurden sechs sogenannte Vertreter der Zivilgesellschaft in das Gremium berufen. Unter Vertreter der Zivilgesellschaft werden jedoch neben der Vorsitzenden des Rates für Nachhaltige Entwicklung (RNE) auch der Vorsitzende des Sachverständigenrates der BMWI („Wirtschaftsweisen“) gerechnet. Solche Expertengremien gelten als mächtige Politikgestalter, obwohl sie weder gewählt werden noch sonst in einem direkten Verantwortlichkeitsverhältnis stehen. Sie sind weder dem Parlament noch der Öffentlichkeit Rechenschaft schuldig. 

Das deutsche Forschungs- und Innovationssystem – gemessen am Bruttoinlandsprodukt das größte in der EU – speist sich zu zwei Dritteln aus Investitionen der Wirtschaft. Der größte Anteil der Förderinvestitionen in der Wirtschaft kommt aus der Automobilindustrie, Europa soll nach dem Willen der Staats- und Regierungschefs der EU zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt werden. Förderung von Wachstum und exportfähigen Gütern lautet das Ziel auf nationaler Ebene, so dass technologiegetriebene Förder- und Innovationsstrategien die Forschungspolitik dominieren.

Die großen Herausforderungen wie Klimawandel oder Ressourcenübernutzung erfordern einen grundlegenden Wandel unsere sozialen wie technologischen Regime. Deshalb müssen gesellschaftliche Akteure als Mitgestalter und Multiplikatoren in die Gestaltung des Wandels einbezogen werden. Die Problemlagen sind komplex, die Lösungswege offen und mit Unsicherheit und Unwissen versehen. Die Einbeziehung möglichst viele Akteure in das Agendasetting erhöht die Richtungssicherheit für politische wie wirtschaftliche Entscheidungen in der Hightech-Strategie. 

Forschungswende unterstützt den gesellschaftlichen Diskurs zur Hightech-Strategie mit Informationen und Veranstaltungen paralell zu den Beratungen im Hightech-Forum mit den Themen der Hightech-Strategie. 

zum Thema


Kopernikus-Projekt Systemintegration „ENavi“

BMBF-Projekt gefördert von Oktober 2016 bis September 2019

Das Projekt ENavi, koordiniert durch das Institute für Advanced Sustainability Studies (IASS), sieht die Energiewende als einen gesamtgesellschaftlichen Transformationsprozess und verknüpft wissenschaftliche Analysen mit politisch-gesellschaftlichen Anforderungen. Die Plattform Forschungswende hat in diesem Kopernikus-Projekt die Aufgabe, den inter- und transdisziplinären Prozess im Projekt sowie zwischen Projekt und zivilgesellschaftlichen Gruppen (Co-Lead gemeinsam mit DIALOGIK, AP 12) zu konzipieren und zu koordinieren.