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BioÖkonomie 2030

Bioökonomie wird definiert als Summe aller industriellen und wirtschaftlichen Sektoren, die biologische Ressourcen wie Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen nutzen. Das bedeutet die Umstellung einer erdölbasierten auf eine biomassebasierte Wirtschaft. Um diese Transformation zu bewältigen, wird vorwiegend in technologiezentrierte Innovationen investiert. Die Nationale Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030 formuliert: „Den Klimawandel zu bewältigen, ist eine der größten globalen Menschheitsaufgaben des 21. Jahrhunderts. Die Herausforderung liegt darin, unter veränderten klimatischen Bedingungen die wachsende Weltbevölkerung mit ausreichend Nahrungsmitteln und zugleich mit nachwachsen- den Rohstoffen für die stoffliche und energetische Nutzung zu versorgen. Die „Nationale Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030“ strebt deshalb eine am natürlichen Stoffkreislauf orientierte bio- basierte Wirtschaft an, die mit Technologie und Ökologie im Einklang steht.“

Die Transformation der Gesellschaft in ein Zeitalter ohne Öl und fossile Energien ist mehr als ein einfacher Wechsel des Kohlestofflieferanten für die Industrie. Natur und Umwelt, Ernährung und Landschaft bekommen Konkurrenz für Flächen und Wasser, dies führt zwangsläufig zu Zielkonflikten. Dementsprechend wird gefordert, dass gemeinwohlinteressierte Interessen wie der Erhalt der Biodiversität, Umwelt und Naturschutz sowie das Menschenrecht auf Nahrung gleichberechtigt in die Gestaltung der Bioökonomiestrategie einbezogen werden sollten.

Bislang sind die Akteure der Zivilgesellschaft jedoch außen vor. Weder im Bioökonomierat noch mit BMEL oder BMBF bestehen Strukturen, in denen die ZGO ihre Sicht auf die Bioökonomie einbringen und diskutieren können. Treiber der Bioökonomiestrategie kommen sowohl auf der nationalen als auch der europäischen Ebene vorrangig aus den Natur- und Technikwissenschaften. Der gesellschaftliche Diskurs beschränkt sich auf Kontroversen um bestimmte Technologien wie Grüne Gentechnik oder Synthetische Biologie.

Die Bioökonomie Strategie strebt mehr Partizipation an: „Im Mittelpunkt stehen in den kommenden Jahren die Stärkung des Systemansatzes in der Bioökonomie, die Intensivierung eines partizipativen Diskurses mit der Gesellschaft.”

Wie dieser partizipative Diskurs ausgestaltet wird, bedarf noch der Konkretisierung und Erprobung. Forschungswende entwickelt ein F&I Co-Lab Bioökonomie, um den Ansatz einer transdisizplinären Integration der Wissensformen zu fördern.  Bioökonomie als gesellschaftliche Transformation bedarf einer konsistenten Strategie mit Forschungsansätzen für zweierlei: neue Effizienztechnologien wie Suffizienzansätze. Gefördert wird eine gesellschaftliche Problemrahmung und eine Verständigung über Leitideen für Zukunftsentwürfe. In diesem Rahmen koordinieren wir Diskussion in den ZGO, um das relativ unbekannte Themenfeld Bioökonomie vorzubereiten, Know How aufzubauen und neue Impulse für F&I zu schaffen. Das Lab unterstützt so die Zivilgesellschaftliche Seite für eine transformative Forschungsgovernance. Hier werden sowohl Agendasetting- als auch die Forschungsprozesse mit der Bildung neuen Wissens verknüpft. 

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